"Das Bördemuseum"

 

In dem alten Fachwerkhaus an der Mittelstenaher Straße in unmittelbarer Nähe des Kreuzungsbereiches der Bundesstraße 495 zur Landesstraße 116 im Ortsteil Lamstedt der Gemeinde Lamstedt kann der Besucher alles bestaunen, was als bäuerliches Kulturgut vergangener Jahre in die Gegenwart gerettet wurde.
Schwerpunkt hierbei ist die alte Geestbauerntracht.

Wer das innere des Gebäudes betritt, hat ein Stückchen Geschichte schon hinter sich ; die Bausubstanz dieser Kulturstätte besteht nämlich aus dem Material eines alten Lamstedter Schmiedehauses.
Das mußte zwar 1964 dem Zahn der Zeit und den Plänen der Ortsmodernisierung weichen, aber Träger und Gebälk des Gebäudes wurden restauriert und bilden jetzt buchstäblich das Grundgerüst der vielfältigen Ausstellung.

Der originalgetreue Nachbau der alten Schmiedewerkstatt, weit über zweihundert Jahre alte Schränke, ebenso alte Truhen, eine Holzschuhmacher- und eine Schneiderwerkstatt, bäuerliches Acker- und Küchengerät aus vergangenen Jahrhunderten, das sind die ersten Relikte die ins Auge fallen und an eine Zeit erinnern, als Handarbeit noch Wertarbeit war.

Ein weiteres Prunkstück der ständigen Ausstellung ist eine familienkundliche Stammtafel, die bis in den Dreißigjährigen Krieg zurückreicht.Hier sind alle verewigt, die in dieser Gegend jemals gelebt und geheiratet haben oder gestorben sind.

Gleich rechts hinter einer Tür verbirgt sich die "Döns", die typische Wohn- und Schlafstube der Börderaner, wie sie Anfang des vorigen Jahrhunderts aussah.Neben dem kleinen Alkoven, auch "Schlafbutze" genannt, befindet sich ein gußeisener Ofen - Baujahr 1656.
 
 

Umfangreich ist auch die Sammlung der Geestbauerntracht der Börde Lamstedt, einer sogenannten Kirchspieltracht.

Die Bäuerinnen unterschieden früher zwischen vier verschiedenen Haupttrachten, nämlich zwischen einer bunten Sonntagstracht, die für Sonntage und Besuche vorgesehen war, einer bunten Ehrbaren, die als Festtagstracht bei besonderen Festen (Hochzeiten, Erntedankfest und besonderen familienfesten getragen wurde.Außerdem gab es eine Tracht für Volltrauer und eine für Halbtrauer.

Eine besonders kunstvolle Trachtenhaube ist der sog. "Peerkopp", der als länglicher Strohhut mit Bändern, Glasperlen und Ornamenten aus gepreßtem Stroh verziert, von den Frauen über den Trachtenhauben getragen wurde.

Dagegen hatten die Männer nicht "die Qual der Wahl".Sie trugen blaugestreife Kittel (Bunjerunsche) mit Westen und dem Edeltuch (als Halstuch gefaltet und vernotet) sowie lange schwarze bzw. dunkelblaue Hosen.
 


 
Ansprechpartner:

Börde-Heimatpfleger Heino Schiefelbein,
 T.:04773/595

Geöffnet nach Vereinbarung;
Führungen nach Vereinbarung

Eintrittspreise:
- Kinder, Schüler, Studenten, 
Schwerbehinderte, Wehrpflichtige = 0,50 Euro,
- Erwachsene = 1,00 Euro