Der Lamstedter Bartholomäusmarkt

Lieben Sie Budenzauber und Volksfestromantik? Dann müssen Sie unbedingt am vierten Wochenende im August ins Bördezentrum kommen. Nervenkitzel, Geschicklichkeit, Schlemmereien und sein Glück versuchen - all diese Dinge können Sie an drei Tagen auf dem traditionellen Bartholomäusmarkt am Fuße des gleichnamigen Lamstedter Gotteshauses erleben.


Bartholomäuskirche

Ein paar Anmerkungen zu den Ursprüngen:

Der Bartholomäusmarkt wird noch heute nach dem Schutzheiligen der Bördekirche benannt. Das Fest des heiligen Bartholomäus, der als einer der zwölf Apostel Jesu der Legende nach missioniert hat und als Märtyrer starb, ist der 24. August. In den Sechziger Jahren wurde der Markt nur am 24. August gefeiert. Zur katholischen Zeit wurde der Namenstag des Apostels groß aufgezogen, und zwar über eine Woche, was aus dem Ablaßbrief  des Papstes Bonifatius VIII aus dem Jahre 1300 zu entnehmen ist. Es hat damals an Markttagen - wie ja auch heute in unserer Zeit - genügend Gelegenheit zum Essen und Trinken und zur Unterhaltung gegeben. Und warum auch nicht?

Irgendwann nach der Einführung der Reformation im Jahre 1567 in Lamstedt ist eine Unterlassung des Festes des Namenstages des Apostels Bartholomäus eingetreten, so daß es dann für lange Zeit keinen Kirchweihtag am 24. August gegeben hat, sondern nur ein Markttreiben am Namenstag des Apostels.

Zuerkannt worden ist Lamstedt das Marktrecht im Mittelalter vom Landesherrn. Nur er konnte es gewähren; es wurde in früheren Jahrhunderten nur wichtigen zentralen Orten erteilt.

Schon früher müssen die größeren Märkte auch von Schaustellern besucht gewesen sein. In der Polizeiordnung von 1692 heißt es:"Auf den Jahrmärkten sollen keine Marktschreyer, Zahnbrecher, Gaukler, Possenreißer, Seil- und Schwerttänzer und ungleichen Taschenspieler geduldet werden, die armen einfältigen Leuten das Ihre abzwacken."

Aus einer Urkunde ist zu entnehmen, daß 1767 in Lamstedt zwei Märkte erneuert und ein weiterer genehmigt waren.

Pastor Zeidler, Lamstedt schreibt in seiner Chronik von 1840 bis 1857: "Die Confirmation fand um des am Mittwoch vor Ostern stattfindenden Kram- und Pferdemarktes willen am Sonntag vor oder nach Ostern statt. Bei Gebrecht dieses Marktes wurde sowohl am Dienstag als Mittwoch Abend getanzt wie sonst; am Gründonnerstag fanden sich 50 bis 100 Leute in der Kirche. Wir erreichten beim Königl.Amte, daß diesem Skandal sofort Einhalt gethan wurde. Es durfte nie wieder getanzt werden. Unsere Bemühungen, den Markt ganz aus der Woche zu entfernen, waren ohne Erfolg, indem das Königl. Ministerium in Hannover erklärte, daß die Verbindung mit anderen Pferdemärkten die Verlegung nicht gestatte. Mit Hilfe des Superintendenten Becker in Bremervörde gelang es aber, den Krammarkt auf den Viehmarkt nach Ostern zu verlegen. Da sonach am Mittwoch nur noch Pferdemarkt war, hielten wir wieder am Dienstag Beichte, am Donnerstag Confirmation, Palmarum Prüfung."


Auch die kleinen Gäste haben bei einem Besuch
auf dem Bartholomäusmarkt
ihren Spaß.

Der Bartholomäusmarkt findet immer
am 4. Wochenende im August in Lamstedt statt.

Hier können Sie das aktuelle Marktprogramm einsehen !